Das Gästehaus Tönnes genießt seit langem ein gutes Ansehen. Es befindet sich nunmehr im Besitz von Jürgen Tönnes, der die Leitung in der dritten Familiengeneration übernimmt. Bald wird er siebzig Jahre alt und denkt daran, etwas langsamer zu werden – weshalb er nach einem Nachfolger sucht. „Keine Sorge, das Gasthaus bleibt geöffnet“, betont Tönnes. „Irgendwann muss jedoch jeder seine Ruhe haben.“ Deshalb hat er bereits geworben, bislang ohne Erfolg. „Zunächst würde ich gerne unterstützt und vorübergehend mitarbeiten“, teilt er mit.
Mit Korn auf die Ferkel geknallt
Sein Großvater gründete einst das Landgasthaus in Niedergaul. "Das war eine Ergänzung zu seiner landwirtschaftlichen Tätigkeit", erklärt Jürgen Tönnes. In den 1950ern übernahmen dessen Eltern sowohl die Schankwirtschaft als auch einen Spediteurbetrieb, geleitet von seinem Vater. Bereits als Junge half ihm dabei, wenn es im Gastgewerbe besonders geschäftig wurde. Für ihn sind dort zahlreiche Erinnerungen entstanden - "immer etwas los". Er berichtet davon, dass die Bauern früher am Baum vor dem Landgasthaus zusammenkamen, um ihr Schweinefleisch zu verkaufen. Danach gingen sie oft ins Haus hinein und feierten ihren erfolgreichen Handel mit einer Runde Schnaps oder Korn.
Jürgen Tönnes' Pfad führte ihn zunächst nicht direkt zum Familiengeschäft. „Als Lehrling lernte ich das Handwerk des Kauffmans, später gründete ich mein eigenes Unternehmen im Bereich Heizungstechnik und Sanitärinstallationen", erinnert er sich. Als seine Eltern 1998 ihren Ruhestand einlebten, entschied er sich jedoch, ins Familienunternehmen zurückzukehren. Der Gedanke an die Gastronomie hatte ihm schon immer sehr am Herzen gelegen. Unter seiner Leitung wurde der Landgasthof grundlegend renoviert, moderne Elemente hinzugefügt und schließlich einRestaurantbetrieb mit Hotel sowie einem Biergarten eröffnet.
Corona war ein herausfordernder Abschnitt, doch wir haben ihn gemeistert.Jürgen Tönnes
Denn "Die Zeiten hatten sich geändert." In früheren Tagen gab es den traditionellen Frühschoppen nach dem Sonntagsgottesdienst und nach der Arbeit trafen sich die Leute am Schanktisch einer Gastwirtschaft für ein Feierabendbier – Mitte der 1990er Jahre sah dies bereits anders aus. „Wir mussten einen neuen Ansatz finden und etwas Neues bieten", erklärt Tönnes. Die Kartenkreislustigen treffen sich jedoch noch immer regelmäßig bei ihm zusammen. Das Hotel verfügt über acht Doppelzimmer, welche während der Coronakrise unter bestimmten Bedingungen Buchungszulassung erhielten. „Corona war eine herausfordernde Phase, doch wir haben uns erfolgreich durchgeschlagen“, betont Jürgen Tönnes. Lediglich während des ersten Lockdowns stand das gesamte Unternehmen still.
Das Haus hat eine Regenwassersystem und ab 2021 auch eine Solaranlage - auf umsichtige Weise werden in diesem Landhotel Ressourcen verwendet. Das Restaurant, das traditionelle hausgemachte Gerichte serviert, öffnet am Wochenende; hingegen steht die Ernährungsversorgung fürHotelgäste täglich zur Verfügung. Frau Jutta Ilsmann kümmert sich um die Leitung der Küchenarbeiten.
Der Landgasthof findet auch häufig Verwendung für birthdays, jubilees, confirmations und communions. Jürgen Tönnes genießt es einfach, Gastwirt zu sein. „Das bringt so viel Freude, ich treffe ständig neue Menschen. Die Interaktion mit den Besuchern – das liegt mir besonders.“
Wenn er das Restaurant und das Hotel einem Nachfolger übergibt, mischt bereits eine Spur von Nostalgie mit, gesteht er. "Doch man will auch den Ruhestand genießen." Sein Wunsch ist es, jemanden für den Landgasthof zu finden, der ebenso sehr Gastronomieleidenschaft hat wie er selbst. Für interessierte Personen steht die Kontaktaufnahme per Telefon unter der Nummer (0 22 67) 88 130 an Jürgen Tönnes zur Verfügung.