Etwa drei Monate nachdem der erste Fall in Brandenburg registriert wurde, hat Deutschland die Maul- und Klauenseuche (MKSE) erneut unter Kontrolle gebracht. Das Bundesländers ministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie das Ministerium fürLandwirtschaft des Landes Brandenburg gaben bekannt, dass die Weltorganisation fürTiergesundheit (OIE) sämtliche Restriktionen gelockert hat. Dadurch kann nun auch eine Sechskilometersperrzone um den Ursprungsort im brandenburgischen Gebiet aufgehoben werden.Diese Virusinfektion ist beiTieren äußerstansteckend und führte zuMillionenschädenfür landwirtschaftliche Betriebe durch diesenAusbruch.

Der Geschäftsführende Bundesagrarminister Cem Özdemir von den Grünen hält es für möglich, dass künftig sämtliche Importrestriktionen außer Kraft treten werden. Er betonte, dass das gesamte Land frei von Maul- und Klauenseuche sei, wie der Abgeordnete der Grünen erklärte. "Diese Zertifizierung ist äußerst entscheidend für die Ausfuhr der entsprechenden Produkte." Dies gilt besonders für Fleisch- und Milcherzeugnisse.

Özdemir mahnt Passagiere zur Vorsichtigkeit an.

Der Gesundheitsminister drückte seine Besorgnis über Ausbrüche der Krankheit in Ungarn und derSlowakei aus. „Die infizierte Zone erstreckt sich sogar bis ins österreichische Territorium“, teilte Özdemir mit. „Dies unterstreicht die Notwendigkeit, unsere Anstrengungen aufrechtzuerhalten und Maßnahmen zur Verhinderung einer Verschlechterung fortzuführen." Er wandte sich direkt an alle Reisenden: „Ich bitte um maximale Vorsicht bei Ihren Bewegungen!" Es wird empfohlen, keine Waren aus den erkrankten Regionen nach Deutschland einzuschmuggeln und es ist ratsam, keinen Kontakt mit Katzen oder anderen Säugetieren zu haben, die möglicherweise befallen sind. Für Haustierbesitzer bleibt die Einhaltung aller hygienischen Richtlinien unverändert wichtig.

Im Januar kehrte die Seuche nach über 35 Jahren erneut in Deutschland zurück. Der Vorfall ereignete sich bei einer Büffelherde in Hönow, einem Ort im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Seitdem mussten viele Tiere getötet werden. Mehrere Länder antworteten durch Einschränkung von Importsätzen. Nach Verhandlungen im März wurde der Export von Milcherzeugnissen nach China wiederaufgenommen. Auch Großbritannien löste ihre Einzelheiten bezüglich Tier- undTierprodukte-Einpäufe aus Deutschland Ende März auf.

Minister mahnt an die Auswirkungen der Politik aus den USA

Der Vorfall löste Bedenken hinsichtlich eines möglichen weiteren Ausbrechens aus und führte zu umfassenden Sicherheitsmaßnahmen. Alle Tests zurMKSon Haustier- und Wildtierpopulationen, die anfällig dafür wären, wurden danach vom Brandenburgischen Landwirtschaftsministerium als negativ gemeldet.

Der Bundesminister für Landwirtschaft hat die Einstellung der US-Regierung unter President Donald Trump kritisiert. Laut Özdemir ist Forschung entscheidend im Kampf gegen Tierkrankheiten. Er betonte: „Aus diesem Grund sind wir besorgt über das steigende Aussteigen der USA aus dem globalen Bemühen, Tierseuchen zu bekämpfen.“ Es mangelt nicht nur an finanziellen Ressourcen; auch wissenschaftliche Fortschritte werden dadurch behindert.

Sechskilometerweite Sperrzone wurde aufgehoben.

Die WOAH stimmte dem Antrag der Länder Berlin und Brandenburg samt Bund zu. Zuvor war Deutschland außerhalb einer Sperrzone um den Fundort in Brandenburg schon als seuchenfrei eingestuft. Nun bekamen auch die Landkreise Märkisch-Oderland und Barnim diesen Status wieder zurückerhalten. Um das Epizentrum herum ordnete die EU-Kommission eine Sperrzone mit einem Radius von sechs Kilometern an. In diesem Gebiet wurden Einschränkungen verhängt, darunter ein Verbot für den Transport von Tieren.

Die Milchproduzenten in Brandenburg baten um Hilfe vom Bundesgovernment. Sie betonten, nachdem die Krankheit unter Kontrolle war, habe man intensiv anstreben müssen, dass die übliche Tierhaltung und -zucht in Brandenburg wieder normal verlaufe. Das teilte Lars Schmidt mit, der Leiter des Meldebezirks im Landwirtverband. Genauso schnell wie bei dieser Angelegenheit wolle er auch Hilfen für die landwirtschaftlichen Betriebe sehen, die ohne Schuld schwer getroffen wurden und das überall in Brandenburg so ist.

Die Agrarministerin von Brandenburg, Hanka Mittelstädt vom SPD, hat ähnliche Bedenken geäußert wie Özdemir. Sie betonte: "Obwohl wir eine sehr positive Entwicklung in Brandenburg verzeichnen können, besteht nach wie vor das Risiko einer erneuten Ausbreitung der Tierkrankheit über ganz Deutschland hinaus – besonders durch den Personen- und Güterverkehr sowie möglicherweise auch durch kontaminierte Nahrungsmittel." (dpa)

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